Blutegel wurden und werden seit Jahrhunderten zur Blutentziehung (Aderlass) verwendet. Dies soll(te) einerseits zur Entgiftung beitragen, während gleichzeitig die im Sepeichel des Egels enthaltenen Substanzen blutgerinnungshemmend, aber auch antithrombotisch, gefäßkrampflösend und lymphstrombeschleunigend wirken. Diese Effekte werden insbesondere dem Hirudin zugeschrieben, das sich mit dem Thrombin des Wirtsblutes verbindet. Eine medizinische Indikation ist daher vor allem bei Thrombosen und Venenentzündungen gegeben. Die Substanz Eglinose kann Entzündungen und Schmerzen lindern (z. B. bei Arthrose). Blutegel können beispielsweise die mit der Gelenkentzündung (Arthritis) einhergehenden Schmerzen im Fingergelenk deutlich lindern. Die exakte Wirkung weiterer Inhaltsstoffe des Speichels ist noch nicht vollständig bekannt.
| Vor allem bei Arthrosen und Arthritis der Gelenke (Knie, Finger, Schulter) sind erstaunliche Ergebnisse nach nur einer Behandlung beobachtet worden! |
Der Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis) ist der bekannteste Vertreter der Egel, da er seit Jahrhunderten in der Medizin zur Behandlung verschiedener Krankheiten verwendet wird. Wie die meisten Egelarten kommt er im Süßwasser vor. Der Blutegel saugt sich an der Haut fest und „sägt“ diese mit Hilfe seiner mit scharfen Calcitzähnchen besetzten drei Kiefer an. Die zwischen den Kiefern mündenden Speicheldrüsen sondern dabei unter anderem den gerinnungshemmenden Stoff Hirudin ab. Anschließend kann ein Egel in etwa 30 Minuten bis zum Fünffachen seines Körpergewichts an Blut saugen. Der Medizinische Blutegel dickt aufgenommenes Blut noch während des Saugens ein; das Wasser wird über die Haut ausgeschieden. Nach Erreichen der Sättigung fällt das Tier von selbst von seinem Wirt ab.
Für die Herstellung von Sportsalben, welche Hirudin als Wirkstoff verwenden, werden Blutegel verwendet. Es gibt auch Pflege-Kosmetika zur Förderung der Hautdurchblutung, die Blutegelspeichelextrakte enthalten. Der Speichel wird gewonnen, ohne die Tiere zu töten